Prof. Dr. Schroeder zu Gast im Werra-Meißner-Kreis

In einer Funktionärskonferenz der SPD-Werra-Meißner in Witzenhausen referierte Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Leiter des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften an der Universität Kassel, über die Ergebnisse der Bundestagswahl vom September diesen Jahres.

In der gemeinsamen Veranstaltung der SPD-Kreistagsfraktion mit vielen Mandatsträgern und Parteimitgliedern aus allen Ortsverbänden verdeutlichte Prof. Schroeder, dass das schlechte Wahlergebnis der SPD sowie auch der anderen großen Volkspartei CDU/CSU in einem allgemeinen Trend liegen, der die Parteienlandschaft in ganz Europa kennzeichnet. Die Anzahl der sog. Stammwähler nehme ständig ab, damit auch die Integrationsfähigkeit der großen Parteien, weil unsere Gesellschaften immer komplexer und komplizierter werden und damit auch die Lösungsmöglichkeiten der Staaten schwieriger würden.

„Wenn der Anteil der klassischen Arbeiterschaft bei den Beschäftigten in Deutschland aktuell ca. 17 % beträgt, dann kann die SPD nicht nur eine klassische Arbeiterpartei sein, sondern sie muss als Volkspartei auch andere Berufsgruppen, Schichten und Milieus ansprechen“, so eine Aussage von Prof. Schroeder wörtlich.

Die SPD sei zwar in vielen gesellschaftlichen Gruppen gewählt worden, aber gleichzeitig leide darunter auch eine klare und präzise Profilierung bei sog. Schwerpunktthemen. Wer aber meine, dass simple und emotional geprägte propagandistische Äußerungen ausreichen, der liefere keine wirklichen Antworten und Lösungen auf die komplexen Probleme, sondern der täusche letztlich alle Wählerinnen und Wähler.

Die SPD-Unterbezirksvorsitzende Karina Fissmann wies darauf hin, dass ihre Partei im heimischen Bundestagswahlkreis mit über 40 % der Erststimmen und deutlich über 30 % der Zweitstimmen mit dem Kandidaten Staatsminister Michael Roth ein bundesweit hervorragendes Ergebnis erzielt habe. „Ich danke gleichzeitig allen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern, die in den Kommunen einen engagierten Wahlkampf geführt haben“.

Der Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag des Werra-Meißner-Kreises, Lothar Quanz (MdL), regte an, dass nicht nur auf Bundes- und Landesebene die SPD einen programmatischen und organisatorischen Erneuerungsprozess durchmachen werde, sondern dass auch vor Ort in zahlreichen Veranstaltungen mit vielen gesellschaftlichen Gruppen die SPD verstärkt in Dialoge treten sollte. „Unsere Stärke liegt auch weiterhin in der Kommunalpolitik, wir nehmen die Sorgen und Probleme unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, und es gelingt uns immer wieder, mit den politischen Möglichkeiten die wir haben, Lösungen anzubieten“, so Quanz abschließend.

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