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Michael Roth
Keine Vorkasse in der gesetzlichen Krankenkasse
Michael Roth kritisiert drohende Drei-Klassen-Medizin
Die drastische Ausweitung der Kostenerstattungsregelungen in der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD) kritisiert. Nach Plänen der schwarz-gelben Bundesregierung sollen Patienten per Vorkasse dasselbe Honorar wie Privatversicherte bezahlen können.
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten aber nur das geringere Kassenhonorar. Die Mehrkosten müssten dann von den Patienten aus eigener Tasche gezahlt werden. „Wir sind auf dem besten Weg in die Drei-Klassen-Medizin. Erste-Klasse-Patienten sind die Privatversicherten, gefolgt von den gesetzlich Krankenversicherten, die es sich leisten können, die geplante Form der Kostenerstattung zu wählen. Am Ende stehen dann die normalen gesetzlich Krankenversicherten. Unterm Strich wird für Patienten die Versorgung teurer, schlechter und ungerechter“, empört sich Roth.
Kranke Menschen seien keine Konsumenten, die mit ihrem Arzt über die Behandlung verhandeln könnten. Sie seien darauf angewiesen, schnell einen Termin zu bekommen und dann richtig behandelt zu werden, so Michael Roth weiter. „Wieder einmal steht Lobbyismus vor Patientenschutz“, sagte der SPD-Politiker. Auf besonderen Widerstand stößt bei Roth der Vorschlag von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), dass allein die Privaten Krankenversicherungen spezielle Zusatzversicherungen anbieten können, um sich gegen die bei der Vorkasse drohenden Mehrkosten abzusichern. Roth weiter: „Für die Privaten lockt ein neues und lohnendes Geschäftsfeld. Wer schon krank ist oder Vorerkrankungen hat, dürfte sich diese Zusatzversicherung kaum leisten können. Das ist Lobbypolitik für Besserverdiener, bei der unsere solidarische Krankenversicherung systematisch zerstört wird.“











