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112 – Hilferuf der Feuerwehren bei Führerschein und Freistellungen
Beim Informationsbesuch der Feuerwache in Eschwege konnten Stadtbrandtinspektor Lothar John, Andreas Haberland (Stv. KBI), Horst Brandt (stellv. SBI), Sven Rathgeber (WeFü) und Sebastian Friedrich (stellv. WeFü) Landtagsvizepräsident Lothar Quanz, Kreistagsabgeordnete Helga Först und Landtagsabgeordneten Dieter Franz begrüßen.

v.l.n.r. (oben) Horst Brand, Sebastian Friedrich, Andreas Haberland, Sven Haberland, Dieter Franz
(unten) Helga Först, Lothar Quanz
Überzeugen konnten sich die Abgeordneten davon, dass die Freiwillige Feuerwehr in Eschwege gut aufgestellt ist. Die technische Ausstattung und der Fuhrpark entsprechen den Einsatzerfordernissen und 55 hochmotivierte Aktive stehen sowohl bei den intensiven Übungseinheiten als auch bei den über 250 Einsätzen im Jahr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.
Lothar John informierte auch über die Kosten der Ausstattung. So schlägt allein das Drehleiterfahrzeug mit 500.000 € zu Buche. „Für die Kreisstadt Eschwege sind das enorme Summen, die aber gut angelegtes Geld für die Sicherheit der Bürger sind“, sagte Dieter Franz, der auch Feuerwehrpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion ist.
In einer Gesprächsrunde wurden zudem aktuelle Problemstellungen erörtert:
Die Feuerwehrleute berichteten, dass die seit Juni 2010 bestehende Führerscheinlösung (Fahrberechtigung bis 4,75 t, durch Nachschulung) den Erfordernissen in keiner Weise gerecht werde, da es in der Gewichtsklasse zwischen 3,5 und 4,75 t überhaupt keine genormten Feuerwehrfahrzeuge gibt. In der großen Feuerwache in Eschwege sei aufgrund der Vielzahl der Aktiven das Problem noch zu bewältigen. Jedoch gäbe es zunehmend Probleme bei den kleineren Stadteilfeuerwehren mit Fahrzeugen über 3,5 t.
Da es bei Einsätzen oftmals auf die berühmte Minute ankomme, sei es ein Unding, dass Fahrzeuge bei Alarmierung nicht genutzt werden könnten, weil der entsprechende Fahrer mit Fahrerlaubnis fehle. Dies sei bereits vorgekommen, berichtete KBI Andreas Haberland. In diesen Fällen musste aus Sicherheitsgründen eine Nachalarmierung größerer Wehren erfolgen.
„Hier ist die Bundesregierung in der Pflicht im Innenverhältnis zwischen Verkehrsministerium und Wirtschaftsministerium eine Lösung herbeizuführen.
Trotz der Dringlichkeit geht es hierbei allerdings nur schleppend bis gar nicht voran“, so die Bewertung des Landtagsabgeordneten Franz.
Ein weiterer Punkt war die Problematik der Freistellungen.
„Obwohl in den berühmten Sonntagsreden die Feuerwehren zu Recht hoch gelobt werden, gibt es doch zunehmend Probleme der Aktiven bei Freistellungen“, hielt Franz als eines der Ergebnisse der Gesprächsrunde fest.
„Gerade öffentliche Verwaltungen – auch Landesverwaltungen – sollten den Aktiven dabei mehr Sensibilität und Verständnis entgegenbringen. Die hohen Anforderungen um den Ausbildungsstand der Feuerwehrleute liegen schließlich im Interesse der Bürger und sollte daher gefördert und nicht behindert werden“, so Franz weiter.
Ein weiteres Indiz für den Mangel an Verständnis für Freistellungen sei auch die Tatsache, dass die Zahl der Lehrgangsteilnehmer häufig nicht ausreiche um Lehrgänge durchzuführen, stellte Franz fest. Bei denjenigen, die sich zuvor als Aktive dafür frei genommen hatten, führe dies zu einem gewissen Frust. Deshalb müsse darüber nachgedacht werden, mit welchen Strukturen dieses Problem gelöst werden könne.
Als Fazit des Besuches konnten die Gäste eine Gewissheit mitnehmen:
Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Eschwege und der Region wird durch die Freiwillige Feuerwehr Eschwege in hervorragender Weise gewährleistet.
Den herzlichen Dank an alle aktiven Feuerwehrleute für die geleistete Arbeit und die besten Wünsche für die Weihnachtszeit und das neue Jahr wurden von den Gästen Lothar Quanz, Helga Först und Dieter Franz stellvertretend für alle Feuerwehrleute und deren Angehörige an Andreas Haberland und Lothar John überbracht.











