Die SPD-Kreistagsfraktion sowie die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Karina Fissmann und Knut John fordern die zügige Realisierung der Ortsumgehungen entlang der B 27 für Reichensachsen, Niddawitzhausen, Eltmannshausen, Niederhone und Eschwege.

„Wir unterstützen die Forderung der Gemeinde Wehretal sowie der Ortsbeiräte von Eltmannshausen und Niddawitzhausen nach dem verzögerungsfreien Bau der Nordumgehung und der Verflechtungsstrecke B 27 bei Reichensachsen sowie der weiteren Ortsumgehungen in den beiden Eschweger Ortsteilen entlang der B 27. Außerdem ist die Nordumgehung Eschwege ebenso dringend zu realisieren,“ so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Lothar Quanz.

Seit 1998 würden die Ortsumgehungen im Rahmen des Baus der A44 geplant. Leider seien die Planungen bis heute aber nicht so weit vorangeschritten, dass mit einer Fertigstellung der Ortsumgehungen bis zur Fertigstellung der Anschlussstelle der A 44 im Bereich Oetmannshausen zu rechnen sei.

Karina Fissmann: “Wenn die Ortsumgehungen nicht umgehend realisiert werden, steht zu befürchten, dass die Bevölkerung entlang der B 27 mit einer noch höheren Verkehrsbelastung als bisher rechnen muss, weil die B27 als Zufahrt nach Eschwege genutzt werden muss. Denn der Verkehr kann von der zukünftigen A44 Anschlussstelle Eschwege nur durch Niddawitzhausen und Eltmannshausen die Stadt Eschwege bzw. den Raum Mühlhausen erreichen. In beiden Richtungen würde das eine zusätzliche Belastung für die beiden Orte und die Niederhoner Straße in Eschwege bedeuten.“

Knut John ergänzte: „Der Kern des Problems besteht darin, dass die derzeit geplante besondere Bauweise der Anschlussstelle Eschwege der A 44 dazu führt, dass eine Auf- und Abfahrt auf die A 44 nur aus bzw. in Richtung Norden auf die B 27 möglich ist. Ein Auf- und Abfahren aus Richtung Süden ist nicht möglich. Verkehr nach und aus Eschwege werden dem Lauf der B 27 über Niddawitzhausen und Eltmannshausen folgen müssen, da eine Anfahrt aus Richtung Reichensachsen zur Anschlussstelle Eschwege nicht möglich ist. Wer Eschwege trotzdem über den Heuberg verlässt, müsste also in beide Richtungen einen Umweg über Reichensachsen bis zur Anschlussstelle Wichmannshausen fahren. Dies bedeutet in beiden Fällen einen erheblichen Umweg und eine zusätzliche Belastung der Anwohner und der Natur. All diese Probleme würden gelöst, wenn die Nordumgehung Reichensachen und die Verflechtungsstrecke B27 endlich realisiert würden. Eschwege wäre dann direkt erreichbar und Reichsachsen würde stark entlastet. Um den Raum Mühlhausen zu erreichen, wäre der Verkehr aber weiterhin gezwungen über Niddawitzhausen, Eltmannshausen und Eschwege zu fahren. Deshalb sind auch diese Ortsumgehungen unverzichtbar.“

Die SPD-Kreistagsfraktion fordert deshalb, dass die für den Bau der A44 zuständigen Behörden bzw. Bauträger (Verkehrsministerium Hessen, HessenMobil, DEGES) sowie die betroffenen Kommunen (Werra-Meißner-Kreis, Stadt Eschwege, Gemeinde Wehretal) im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr gehört werden und berichten, wie

  1. die Projektplanungen für die notwendigen Ortsumgehungen vorangetrieben werden können,
  2. die Steuerung der Verkehrsströme bis zur Fertigstellung der Ortsumgehungen erfolgen kann und
  3. welche Übergangslösungen gefunden werden können, um die Leistungsfähigkeit der Anschlussstelle Eschwege (Nutzbarkeit auch aus Richtung Süden) zu verbessern.

Lothar Quanz erklärte dazu: „Uns ist bewusst, dass die Ortsumgehungen nicht von heute auf morgen realisiert werden können. Deshalb schlagen wir folgendes vor: Ein Kreisel auf der B 27 als Zwischenlösung. Bislang besteht ein provisorischer Baustellenkreisel (zwischen Oetmannshausen und Bahnhof Reichensachsen), der dann etwas nördlicher gesetzt werden müsste. Damit würde die Anschlussstelle Eschwege zur Vollanschlussstelle und bis zur Realisierung der Nordumgehung Reichensachen eine sinnvolle Verkehrsverteilung möglich und Umwege unnötig. Auch Oetmannshausen und Bischhausen würden von dieser Lösung partizipieren, da sonst Verkehrsteilnehmer sicherlich häufig lieber diesen Weg nach und von Kassel nehmen würden, als den Umweg über Eltmannshausen oder Wichmannshausen zu nehmen.“

Karina Fissmann unterstützt diesen Vorschlag: „Damit könnten zusätzliche verkehrliche Belastung für die Bevölkerung bis zum Bau der Nordumgehung Reichensachsen zumindest vermieden werden und die Entwicklungschancen, die mit der Autobahn verbunden sind, gestärkt werden.“