lenze friedel jun. fissmann karinaSPD-initiierter Antrag zur E-Mobilität im Ausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Verkehr behandelt – Kreis soll zum Modelllandkreis für E-Mobilität werden

In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Verkehr wurde vorrangig der von der SPD initiierte Antrag zur Entwicklung des Werra-Meißner-Kreises zum Modelllandkreis für E-Mobilität diskutiert.

 

Auf der Basis umfangreicher Informationen durch Energieversorger und Netzbetreiber (EAM, Stadtwerke im Kreis) konnten die im Antrag gestellten Fragen der Komplexität des Themas entsprechend beantwortet werden; die Thematik wird den Ausschuss in seiner nächsten Sitzung erneut beschäftigen.

Zum Aufbau eines bedarfsgerechten, flächendeckenden Ladeinfrastrukturnetzes seien demnach viele Akteure, vom Energieversorger über Tankstellenbetreiber bis hin zu Arbeitgebern und Privatpersonen, einzubeziehen. Laut Studien der NPE (Nationale Plattform Elektromobilität) würden 85 Prozent aller Ladevorgänge auf privatem Grund und Boden, wie zum Beispiel in der eigenen Garage, Hofeinfahrt oder auf Firmengeländen, erfolgen; nur 15 Prozent müssten auf öffentlich zugänglichem Gelände stattfinden, wie zum Beispiel auf Autobahnrasthöfen, auf den Parkplätzen von Einkaufszentren oder in Parkhäusern. In gewissem Umfang seien hierfür Netzausbau- bzw. Netzverstärkungen und intelligente Ladesysteme notwendig. Für den ländlichen Raum hat sich im Rahmen der Sitzung ergeben, dass die Netze einer höheren Belastung durch die erweiterte Ladeinfrastruktur durchaus standhalten; nur im Bereich der Verteilerkästen wird man leicht aufrüsten müssen. Allgemein gilt, dass sich der Werra-Meißner-Kreis grundsätzlich im Vergleich zum städtischen Raum in einer komfortableren Lage befindet, da hier mehr Erneuerbare Energien erzeugt als verbraucht werden, die ohne Umwege in die Elektromobilität fließen können: ein Grund mehr, den Kreis als Modellregion für E-Mobilität zu etablieren.

Dem Kreis sowie den Kommunen kommt in diesem Bereich, auch das zeigte sich in der Sitzung, eine motivierende, unterstützende und koordinierende Funktion zu: Studien zufolge werde der E-PKW-Bestand im Jahr 2026 rund zehn Prozent betragen (50 Prozent in 2032). Der dadurch anfallende zusätzliche Strombedarf wird auch in der Zukunft regional durch Erneuerbare Energien abgedeckt werden. Bis 2026 brauche man demnach 18 bis 19 MW neue Photovoltaik-Leistungen bzw. alternativ zwei bis drei neue Windkraftanlagen. Bis 2032 müsse entsprechend um 92 MW zusätzliche PV-Leistung bzw. 13 neue WKA aufgerüstet werden. So könne der Kreis weiterhin autark bleiben und das Ziel der regionalen Wertschöpfung beibehalten, wobei auch weitere Formen der Stromerzeugung vor Ort eine nicht unerhebliche Rolle spielen werden, wie die Referenten andeuteten. Für den Kreis zeigte sich also bereits ein respektabler „Zwischenstand“, über den der Ausschuss-Vorsitzende am kommenden Montag im Kreistag berichten wird.

Diese Ausschuss-Sitzung war, wie die umfassende Diskussion gezeigt hat, nur der erste Schritt auf dem Weg zur Modellregion für E-Mobilität. Für die kommende, vertiefende Ausschuss-Sitzung, die sich allein dem Thema „E-Mobilität“ widmet, setzt sich die SPD-Kreistagsfraktion klare Vorgaben: „Wir werden mit allen verantwortlichen Akteuren im Gespräch bleiben, um das Vorhaben schnellstmöglich Realität werden zu lassen, denn wir sind als Modellregion prädestiniert: Wir sind Vorreiter im Bereich Erneuerbare Energien, und das nicht nur für die Windkraft, sondern in nahezu allen Bereichen, und wir haben als ländlicher Raum die idealen Startchancen für ein umfassendes E-Mobilitäts-Konzept, und das bei überschaubarem finanziellen Aufwand, weil die Voraussetzungen bereits so günstig sind“, so Dr. Uwe Heinemann abschließend.